Samstag, November 18, 2017
Text Size
Sie sind hier:Allgemeines Reisewissen»Datumsgrenze - die Zähmung der Zeit

Datumsgrenze - die Zähmung der Zeit

Den meisten Menschen bereitet der Gedanke, die Uhr ein paar Stunden vor- oder nachzustellen kein großes Kopfzerbrechen, allerdings der Verlust oder die Wiederholung einen ganzen Tages werden schon ganz anders wahrgenommen. Aber genau mit dieser Problematik muss man sich beim Reisen über die international anerkannte Datumsgrenze auf dem 180. Längengrad befassen. Bei der Überquerung überspringt oder wiederholt man jeweils einen Tag.

Die internationale Datumsgrenze erstreckt sich vom Nordpol zum Südpol. Obwohl theoretisch eine gerade Linie auf dem 180. Längengrad, weicht sie in Wirklichkeit nach Osten und Westen ab, damit die Landmassen und Inselgruppen in ihrer Nähe über einheitliche Daten und Zeit verfügen.

Die Datumsgrenze liegt genau gegenüber dem Greenwich-Meridian, der durch London führt und zum Ausgangspunkt der Weltzeitrechnung bestimmt wurde. Die Erde ist in 360 Längengrade aufgeteilt, von denen jeweils 15 zusammen eine sogenannte Zeitzone bilden. Innerhalb jeder der insgesamt 24 Zonen bleibt die Zeit unverändert. Beim Eintritt in die nächste Zeitzone verschiebt sie sich um eine Stunde und der Reisende muss eine Uhr umstellen.
Ob Vor oder Zurück hängt natürlich von der Richtung der Reiseroute ab. Die Weltkugel dreht sich gegen den Uhrzeigersinn beziehungsweise in östliche Richtung und in 24 Stunden um 360 Grad. In Bangkok etwa ist es also 12 Stunden früher Mittagszeit als in New York. Deshalb stellt man, wenn man in den Osten verreist, die Uhr nach jeder Zeitzone eine Stunde vor und wenn man in Richtung Westen verreist nach jeder Zeitzone die Uhr um eine Stunde zurück.

Damit ist aber die Welt in Sachen Zeitzone noch nicht erledigt. Man stelle sich zum Beispiel vor, man würde die Erde in 24 Stunden vom Greenwich-Meridian in London aus in östlicher Richtung direkt umfliegen. Würde man am 01. Januar um 12 Uhr Mittags losfliegen, käme man am 02. Januar um 12 Uhr Mittags wieder zurück. Wenn man dann seine Uhr bei jeder der 24 Zeitzonen die man überfliegt, jeweils um eine Stunde vorstellen würde, dann hätte man bei der Ankunft in London den 03. Januar 12 Uhr Mittags. Und es wäre als ob man 48 Stunden unterwegs gewesen wäre. Wenn man nun andererseits die Welt in westlicher Richtung fliegen würde und man die Uhr jedesmal um eine Stunde zurückstellen würde, dann wäre das Datum bei der Ankunft in London der 01. Januar 12 Uhr Mittags. Es wäre so als ob die Zeit stehengeblieben wäre.

Auf halbem Wege um die Welt (oder 12 Zeitzonen von Greenwich entfernt) übt die internationale Datumsgrenze eine Angleichungsfunktion aus. Passiert man die Grenze am 01. Januar um 10 Uhr morgens in östlicher Richtung, sollte man die Ihr wie immer in einer neuen Zeitzone um eine Stunde vorziehen und gleichzeitig das Datum um 24 Stunden zurückstellen, also auf den 31. Dezember 11 Uhr. Man wiederholt den 01. Januar und hat einen ganzen Tag gewonnen. Überquert man allerdings die Grenze in Richtung Westen, dreht man die Uhr um eine Stunde zurück auf 9 Uhr und stellt das Datum auf den 02. Januar. Die Zeit dazwischen ist für immer verloren.

Ganz schön verwirrend, aber dank dieser Datumsgrenzen sind die Kalendertage weltweit aufeinander abgestimmt und kein Ort liegt zeitlich mehr als 12 Stunden vom anderen entfernt.

Gelesen 2879 mal

Login Form



eMail Kontakt
Unser Facebook Blog